Andrang im Spendenlager

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Kochtöpfe, Geschirr, Wasserkocher, Mixer: Im ehemaligen Lidl-Gebäude ganz am Ende der Bahnhofstraße gibt es (fast) alles, was in Flüchtlingshaushalten fehlt. Gebraucht, aber dafür kostenlos. Und so wartet jeden Montag schon eine ungeduldige Schar von Männern, Frauen und Kindern, wenn Heiko Baron um Punkt 16 Uhr die blaue Stahltür aufschließt.

Geprägt von christlichem Glauben, Erziehung zur Menschlichkeit und starkem Gerechtigkeitssinn, suchte er eine Möglichkeit, Flüchtlingen beim Start in ihr neues Leben zu helfen. Zufällig hatte das Spendenlager des Bündnisses keinen Leiter und Heiko Baron übernahm die Aufgabe – von Fall zu Fall unterstützt durch Hendrik Herten, Peter Derksen und Helmut Gebske, die über den für Möbeltransporte unentbehrlichen Kleinlaster verfügen. Personelle Verstärkung ist dennoch dringend erwünscht, denn wenn am Ausgabetag bis zu 70 Menschen gleichzeitig ins Lager drängen, ist es für einen „Einzelkämpfer“ praktisch unmöglich den Überblick zu behalten und das Geschehen vernünftig zu steuern. Zwar hat es trotz des enormen Andrangs noch nie Schwierigkeiten oder gar Streit gegeben, zumal der freundliche und hilfsbereite Lagerchef durchaus energisch werden kann, wenn es mal sein muss. Doch besser liefe es allemal, wenn ihn ein Marienheider Bürger (gerne auch eine Bürgerin) bei der einstündigen Ausgabe am Montag unterstützen würde. Auch wer nicht jeden Montag Zeit hat, sondern nur hin und wieder helfen möchte, sollte telefonisch oder per Mail Kontakt aufnehmen.

Obwohl Angebot und Nachfrage in der Regel gut zusammenpassen, kann es auch mal so laufen, wie an jenem Montag Ende April, als zwei Dutzend Menschen in Wind und Schneeregen fröstelnd auf die Lageröffnung warteten. Heiko Baron musste sie enttäuschen: „Es ist fast nichts mehr da. Letzten Donnerstag ist fast keine Spende eingegangen.“ Verlorene Zeit war das Warten dennoch nicht. Denn viele sehen die Öffnungszeit auch als willkommene Gelegenheit zu einem Schwätzchen mit Landsleuten. Und zu besprechen gibt es immer etwas: Ein Mann sucht dringend ein Fahrrad und Heiko Baron notiert seine Telefonnummer. Sobald etwas Passendes gespendet wird, will er ihn anrufen. Herzliches Händeschütteln und ein strahlendes Dankeschön.

Am Donnerstag, wenn Spenden angeliefert werden können, geht es wesentlich ruhiger zu. Da kommt Heiko Baron problemlos allein klar. Weiterhin gefragt sind vor allem Küchengeräte, Haushaltswaren, Fahrräder, Staubsauger, etc… Auch große Kühlschränke stehen auf dem Wunschzettel. Denn die Modelle, die die Gemeinde Marienheide als Erstausstattung bereitstellt, sind für Familien mit sechs bis acht Kindern einfach zu klein. „Da reicht das Gefrierfach gerade mal aus, um für jedes Kind ein Eis am Stiel unterzubringen.“ Kleiderspenden sollten zur Kleiderkammer der Caritas gebracht werden: „Denen wollen wir keine Konkurrenz machen.“
Spender, denen der Donnerstag-Termin nicht passt oder die größere Mengen, zum Beispiel aus einer Haushaltsauflösung, anliefern möchten, können mit Heiko Baron auch einen individuellen Termin vereinbaren. Entsprechendes gilt für Möbel, die möglichst ohne Umweg über das Lager direkt vom Spender zum Empfänger geliefert werden sollten. Wichtig: vorher ein Foto des Möbelstücks per Mail an Heiko Baron schicken! Den Lkw stellt dann das Bündnis, für helfende Hände sorgen die Empfänger.

Das Spendenlager unterstützt Flüchtlinge und andere Bedürftige.

Ausgabe ist montags von 16.00 bis 17.00 Uhr
Anlieferung donnerstags von 16.00 bis 18.00 Uhr

Absprachen mit Heiko Baron bitte unter
02264/28532 oder 0174/3296180
heiko.baron@live.de

Hartmut Wendscheck