Montagstreff mit Flüchtlingen in Marienheide ,,Da sein, wo sonst keiner ist“

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Montagstreff mit Flüchtlingen in Marienheide 

„Da sein, wo sonst keiner ist“

 

Seid langem schon gibt es den Montagstreff, wo sich Ehrenamtliche und neu zugezogene ausländische Mitbürger, die aus ihren Herkunftsländern geflohen sind, begegnen. Es gibt Kaffee und Kuchen, Limo und Kekse.

Nun haben wir die Flüchtlinge, die vor Ort im Erstaufnahmeheim eine Bleibe gefunden haben, mit dazu eingeladen.

Wir fahren mit zwei PKW zum ehemaligen VDK-Heim an der Bruchertalsperre. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass heute einige Bewohner zum Kaffeetrinken ins Pfarrheim nach Marienheide  bgeholt werden. So viele möchten mit -Frauen, Kinder, junge Männer. Wir freuen uns und fahren einige Male hin und her. Ich zeige auf das Ortsschild und sage: „Ma-ri-en-hei-de“. Sie sprechen nach: „Ma-ri-en-hei-de“. Dann kommt: „Ma-ri-en-hei-de – guuuut!“, der Daumen geht hoch und sie strahlen.

Ein schöner Moment

Im Pfarrheim gibt es Kaffee und Kuchen, die Kinder werden in der Spielecke vom SKJ betreut. Ich sitze neben einer jungen Frau. Sie ist mit fünf Kindern hier. Die beiden kleinen spielen ganz fröhlich, die größeren sitzen mit am Tisch. Auf ihrem Handy zeigt sie mir Bilder aus Syrien vor dem Krieg. Sie hatten dort ein kleines Blumengeschäft und waren glücklich. Auch ein Video von der Bootsfahrt über das Meer schau ich an. Ich spüre, wie wichtig es für diese Frau ist, dass jemand mal nur für sie da ist und ihr zuhört. Sie möchte sich mitteilen, von ihrem Leid erzählen und die Nähe eines Menschen wahrnehmen, der sie beachtet.

 

Ein schöner Moment

Mit meinem rechten Zeigefinger tippe ich gegen meine Brust und sage: „Hilde“. Sie wiederholt: „Hilde“, zeigt auf sich und sagt: „Roula“. Dann geht es mehrmals mit einem Lächeln: „Hilde – Roula“ – „Roula – Hilde“. Ihr kleiner Sohn in er Spielecke hat diese Situation mitbekommen. Mit großen Schritten kommt er angelaufen, zeigt zuerst auf sich und sagt: „Machmut“, dann auf seine Mutter und sagt: „Mama“. Wir lachen.

 

Ein schöner Moment

Roula wir traurig, Tränen bilden sich in ihren Augen, sie steht auf. Ich gehe mit ihr in den Vorraum. Sie legt ihren Kopf an meine Schulter und weint leise, ihre Stimme zittert: „Syrien: nein. Deutschland, Deutschland gut.“ Ich nehme sie in den Arm und merke deutlich, wie gut ihr diese Nähe tut.

 

Ein schöner Moment

Am Schluss helfen alle mit. Auch die Gäste — wie selbstverständlich. Wir bringen das Geschirr in die Küche. Die Tochter von Roula wischt die Tische ab. Ich glaube, es ist ganz wichtig für diese Menschen, wenn sie etwas tun können. Die Kinder bekommen zum Abschied ein kleines Eimerchen mit Knete. Sie strahlen über das ganze Gesicht. Mona kam schon vor einigen Jahren mit ihrer Familie aus Syrien nach Marienheide und wird von Anfang an vom SKFM betreut. Jetzt gehört sie fast schon zum Team. An diesem Nachmittag wurde sie viel als Übersetzerin gebraucht. Sie hat sich riesig gefreut, das tun zu können.

 

Ein schöner Moment

Wir fahren zurück. An dem Kontrollbüdchen melden sich alle wieder an. „Danke, Danke, Danke“ hörten wir von. allen Seiten. Sie gehen zum Haus. Wir winken uns noch einmal zu. Der kleine Machmut löst sich von der Hand der Mutter, läuft zum Zaun und wirft mir ein „Kusshändchen“ zu. Roula wischt sich eine Träne ab. Wir lächeln einander zu.

 

Ein schöner Moment